SANTA PERPÉTUA DE MOGODA, Spanien: Nachhaltig Bauen Integration von Umweltkriterien in kommunaler Beschaffung
Fallstudie im Rahmen des "Check It!" Projekts, erstellt durch das ICLEI Programm für umweltfreundliche Beschaffung.
Kurzdarstellung
Mit dem Neubau des Rathauses in Santa Perpètua de Mogoda bot sich die Chance ein ökologisch-nachhaltiges Gebäude zu realisieren. Dieses Pionierprojekt nachhaltigen Bauens in Spanien, ist Teil eines Forschungsprojekts, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein neues "Public Investment Management" umzusetzen, das Nachhaltigkeitskriterien in den Gesamtprozess der Entscheidungsfindung integriert.
Einführung
Die Stadt Santa Perpètua de Mogoda liegt im Einzugsbereich der Metropole Barcelona. In den letzten 30 Jahren hat die Stadt ein enormes Wachstum vollzogen, was dazu führte, dass sich neue Wohn- und Industriegebiete neben dem alten Ortskern ansiedelten. Dabei stieg die Bevölkerung von 6.000 auf 20.000, und somit wuchs auch die Verwaltung. Das alte Rathaus war nun nicht mehr den Anforderungen gewachsen, so dass sich die zentralen Dienste auf viele kleine dezentrale Dienststellen verteilten. Das neue Rathaus, soll nun zwei Zielen gerecht werden: Es soll erstens wieder alle zentralen Dienste unter einem Dach vereinen und somit das neue Zentrum bilden, das als Plattform für Kommunikation und Information eine aktive Bürgerbeteiligung forciert. Zweitens dient es zur Wahrnehmung einer neuen modernen Bauweise, die nachhaltige Aspekte in die Planung integriert. Die umgesetzte Vision, wird als Realität für jeden Bürger wahrnehmbar.
Landkarte
Hintergrund - Information und Ziele
Santa Perpètua de Mogoda hat einen Lokalen Agenda 21 Prozess begonnen und ist Mitglied in dem regionalen Netzwerk nachhaltiger Gemeinden (Xarxa de Ciutats i Pobles cap a la Sostenibilitat). Zur Zeit führt die Gemeinde ein kommunales Öko-Audit durch, das als ein Startpunkt für den Lokale Agenda 21 Prozess betrachtet wird.
Für die Stadt ist die Integration von Kriterien der nachhaltigen Entwicklung in die öffentliche Beschaffung ein unabdingbarer Schritt. Der Bau des neuen Rathauses dient als theoretisches Modell und Praxistest für die allgemeine Integration von Nachhaltigkeitskriterien in die öffentliche Beschaffungs- und Vergabepraxis
Umweltfreundliche Beschaffung
Strategie In dem Projekt sollen Nachhaltigkeitskriterien in die Planung eines öffentlichen Gebäudes mit einbezogen werden. Dazu wurde eine umfassende Betrachtungsweise gewählt, die alle Lebenszyklen des Gebäudes mit in die Planung einbezieht. Folgende Planungsphasen waren Teil der Überlegungen:
Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit konnten folgende ökologische sowie soziale Anforderungen in der Planung umgesetzt werden:
Projektstand
Im Zuge des Ausschreibungsverfahrens , an dem sechs verschiedene Architekturbüros teilnahmen, wurde einem Architekturbüro der Auftrag erteilt, welches schon in mehreren Projekten mitgewirkt hat, in denen bioklimatische Architektur und Technologien für eine umweltverträgliche Bauweise eingesetzt worden sind. Diese Ausschreibung ist aber der erste Auftrag für den Bau eines "nachhaltigen Rathauses". Die Bauaufsicht trägt das Technische Kooperationsbüro der Regionalverwaltung von Barcelona (OTC), die die Durchführung des Bauvorhabens in allen Bauphasen beaufsichtigt, sowie konstruktive und organisatorisch unterstützt. Das OTC übernimmt die Mittlerfunktion zwischen allen am Bau beteiligten Gruppen. Die Durchführung der Bauphase ist im Zeitraum von 2000-2001 geplant
Partner
Die vorgesehenen Kosten für den Bau des Rathauses belaufen sich auf 3 Mill. Euro. Die Einsparungen durch reduzierten Energie- und Wasserverbrauch können noch nicht abgeschätzt werden, dies ist Teil eines weiteren Forschungsprojekts.
Ergebnisse und Auswirkungen
Die innerhalb der Projektplanung erarbeiten Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden in mehreren Publikationen veröffentlicht.
Weiterhin hat die Verbreitung der Projektidee andere Städte der Provinz dazu bewegt, ähnliche Projekte in Angriff zu nehmen, wie z.B. der Bau von solarbetriebenen Straßenlampen in der Stadt Cornellá de Llobregat oder die Planung eines nachhaltigen Universitätszentrums in der Stadt Vic.
Ein weiteres Forschungsprojekt zur Erarbeitung einer Bewertungsmethode zur Evaluation der Nutzungsphase, wird als Folgeprojekt aus dem Bau des Rathauses hervorgehen.
Lehren aus dem Projekt und Übertragbarkeit
Als Pionierprojekt öffentlichen nachhaltigen Bauens in Spanien, sollen die aus der Umsetzung des theoretischen Modells erarbeiteten Schlussfolgerungen, zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen in ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Hinsicht, wissenschaftlich aufgearbeitet werden und in ein neues "Public Investment Management" zum nachhaltigen Wirtschaften münden. Das Projekt hat somit starken Vorbildcharakter, für alle weiteren 311 Gemeinden der Provinz Barcelona, die durch den Initiator dieses Forschungsprojekts, dem OTC (Technical Office of Cooperation) betreut werden. Denn nicht nur die Realisierung eines "nachhaltigen Rathauses" in Santa Perpètua de Mogoda steht im Vordergrund, sondern vielmehr die Übertragbarkeit der Lernergebnisse und deren Umsetzung in anderen Projekten.
Zusätzliche Angaben
Kontaktperson