Wiener Neustadt, Österreich:
Eine kleine Stadt macht grossen Hausputz
Integration von Umweltkriterien in kommunaler Beschaffung

Fallstudie im Rahmen des "Check It!" Projekts, erstellt durch das ICLEI Programm für umweltfreundliche Beschaffung.

Kurzdarstellung

Seit 1991 bemüht sich die Wiener Neustadt, das gewohnte Verwaltungshandeln zu überdenken, um die daraus hervorgehenden ökologischen Auswirkungen zu reduzieren. Eine Problemanalyse identifizierte die von der konventionellen Anwendung des Reinigungswesens ausgehenden ökologischen Risiken, was daraufhin im Herbst 1996 zu einer umfassenden Restrukturierung des Beschaffungswesens im Reinigungsmittel-Bereich führte. In dieser Umstrukturierung partizipierten alle Beteiligten, die AnwenderInnen wurden durch ausführliche Personalschulungen zur umweltgerechten Handhabung von Reinigungsmitteln ausgebildet und das Management richtete das gesamte Beschaffungswesen neu aus. Die Zentralisierung des Beschaffungswesens erleichterte die Integration von Umweltkriterien in Ausschreibungen und ermöglichte eine bedarfsorientierte und umweltgerechte Beschaffung für alle Abteilungen, so dass 500.000 ATS jährlich an Finanzmitteln eingespart werden konnten.
 

Landkarte

Stadtporträt:
  • Einwohner: 35.000
  • Fläche: 60.969.682 m2
Profil der örtlichen Wirtschaft:
  • Verwaltungs-, Handels- und Einkaufszentrum
Umweltaktivitäten:
  • Mitglied im Klimabündnis seit 1991 Wiener Neustadt

Umweltfreundliche Beschaffung

Ausgelöst durch den Eintritt in das Klimabündnis im Jahre 1991 und das damit gewachsene Bewusstsein für die vorliegende Umweltproblematik wurde eine Initiative für eine ökologische ausgerichtete Beschaffungspolitik ins Leben gerufen, die sich vorerst auf den als besonders ökologisch kritisch definierten Reinigungsmittel-Bereich konzentrierte. Um die durch den Reinigungsbereich ausgelösten ökologischen Belastungen zu reduzieren, wurde ein umfassender Ansatz gewählt, der alle Beteiligten in die damit verbundene Bewusstseinsänderung einschließt. Das Beratungsunternehmen "die umweltberatung", die durch ihr persönliches Engagement auch Anstoß für diese Initiative gab, und bereits seit vielen Jahren erfolgreich Umstellungsprojekte zu ökologischen Reinigen in öffentlichen Gebäuden umgesetzt hat, wurde mit der Durchführung von Reinigungsseminaren beauftragt.
 

Strategie
Massnahmen, Aktivitäten
 

Folgende Produktgruppen sind bedenklich bzw. unnötig und sollten nicht mehr eingesetzt werden:
  Folgende Produktgruppen üben eine erhebliche Umweltbelastung aus und sollten somit im Einsatz reduziert werden. Als ökologische Mindestanforderungen müssen alle zu beschaffenden Reinigungsmittel folgende Kriterien erfüllen: Partner:

Geld und andere Ressourcen

Der Bereich städtischer Dienstleistungen (z.B. Liegenschafts- und Gebäudeverwaltung, Abwasserbeseitigung, Abfallwirtschaft, Park- und Gartenanlagen, Bäder, Wohn- und Geschäftsgebäude, Bauhof, Fuhrpark) hat ein Budgetvolumen von 42.429.200 Euro, dies entspricht 36,95% des gesamten Haushalts. Der Ausgabenbereich "Ge- und Verbrauchsgüter" umfasst Ausgaben in Höhe von 3.982.700 Euro/Jahr, dies entspricht 3,47% des gesamten Haushalts. Durch die Umstellung im Reinigungsmittelbereich konnte 1/3 des Reinigungsbudgets eingespart werden. Die Kosten gingen von 1,5 Millionen ATS vor der Umstellung auf 1 Million ATS nach der Umstellung zurück, was einer Einsparung von 500.000.- ATS entspricht.
 

Ergebnisse und Auswirkungen


Lehren aus dem Projekt und Übertragbarkeit

Die gesammelten Erfahrungen führten zur Veröffentlichung des Leitfadens für BeschafferInnen zum "Ökologischen Reinigen" welche von der HerausgeberIn" die umweltberatung" Österreich vertrieben wird. Durch die Verbreitung des Leitfadens sowie durch weitere Schulungen hat sich diese Idee schon auf über 50 weitere Projekte in kleineren Gemeinden und privaten Institutionen des Umlandes ausgebreitet.
 

Zusätzliche Angaben

Kontaktperson

Magistratsabteilung 12/Beschaffung

Magistratsabteilung 2/Personal Magistratsabteilung 13/Umweltschutzreferat


Referenzliteratur

Stand Januar 2000
 


 

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